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    Tuesday, 6. April 2010

    "Bald wissen wir alles über dich"

    Posted by
    Stefan
    in Seminare at 12:02
    Datenschutz im Alltag


    Als Ausgleich für das ausgefallene Seminar im Februar bietet der BDP Baden-Württemberg nochmalig ein Seminar zum Datenschutz an. Am 19.06.2010 geht es in der Jugendbildungsstätte in Bempflingen einen ganzen Tag rund um das Thema Datenschutz. Die Teilnahmekosten betragen 5 Euro. Mehr Infos und Anmeldung auf der Seminarseite des BDP.

    In den letzten Jahren erleben wir eine Gefährdung der Privatsphäre ungekannten Ausmaßes. Immer neue Gesetzesinitiativen zielen auf den „gläsernen Bürger“ und werden regelmäßig – wie in dieser Woche die Vorratsdatenspeicherung – für verfassungswidrig erklärt. Gleichzeitig warnt die Verbraucherschutzministerin vor gewaltigen Datenbergen von IT-Konzernen wie Facebook und Google. Immer mehr Unternehmen geraten wegen Datenlecks oder der Bespitzelung der eigenen Mitarbeiter in die Schlagzeilen. Profile in sozialen Netzwerken werden von Unternehmen zur Bewerberauswahl und teilweise Überwachung der eigenen Beschäftigten eingesetzt.

    Die Unmut der Betroffenen wächst und viele Stimmen prophezeien der Datenschutzbewegung in den kommenden Jahren eine immer größere Bedeutung in den politischen Diskussionen zu erlangen.

    Wir wollen uns einen Tag lang mit dem Thema Datenschutz beschäftigen. Neben einem Überblick über die Speicherung von Daten durch den Staat und privater Firmen, werden wir einen kleinen Ausblick auf die wichtigsten Datenschutz-Fragen der nächsten Monate wagen.

    Vor allem aber wollen wir uns praktisch mit dem „Selbstschutz” beschäftigen: Warum ist es wichtig, die Kontrolle über die eigenen Daten zu bewahren? Wie schütze ich mich im Alltag davor, dass detaillierte Profile über mich erstellt werden? Was kann ich tun, um zu verhindern, dass alle meine Emails gleich einer Postkarte von jedem gelesen werden können? Wie schütze ich mich im Internet vor Datensammlung und Überwachung?

    Wenn es dir nicht egal ist, dass Staat und Firmen fast alles über dich wissen, dann erhältst du mit diesem Seminar einen Einblick, wie du die Kontrolle über deine eigenen Daten zurück erlangst.

    Mehr Infos und Anmeldung auf der Seminarseite des BDP.
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    Defined tags for this entry: alltag, bdp, datenschutz, datensicherheit, privatsphäre, programm, seminar

    Wednesday, 20. January 2010

    Wir brauchen Menschen, die etwas zu verbergen haben

    Posted by
    Stefan
    in Internet, Meinung, Seminare at 12:47
    Eines der häufigsten Argumente, dass man bei Diskussionen rund um Überwachung und Datensammlung hört ist:

    Mich betrifft das nicht. Ich hab doch nichts zu verbergen.


    Ein gewaltiger Irrtum.Sicherlich, die wenigsten von uns begehen Straftaten. Aber jedeR hat etwas zu verbergen. Nichts zu verbergen heißt, dass ich alles was ich tue, alles was ich denke, öffentlich, komplett nackt, auf einem Plakat in der Fußgängerzone präsentieren könnte (und auch Jahrzehnte später noch dazu stehen kann!). Wer kann diese Frage für sich bejahen? Wer hat noch nie (!) etwas getan, dass sie/er z.B. dem eigenen Chef oder den Eltern nicht erzählen würde? Und: wer möchte in einer Gesellschaft leben, in der jedeR alles über den/die andere weiß?

    Wir können uns gar nicht vorstellen, was dies bedeuten würde. Keinerlei Privat- oder Intimsphäre mehr. Kein Rückzugsraum, in dem Dinge die wir tun, denken oder sagen – oder eben nicht – unbeobachtet, ungespeichert bleiben. Ein Szenario, gegen das „Big Brother” aus 1984 von George Orwell wie ein unschuldiges Lämmchen wirkt, der „gläserne Mensch” würde Wirklichkeit.

    Doch ist solch eine Horrorvision nicht vollkommen unwahrscheinlich? Sicherlich würde niemand auf die Idee kommen, solch eine Welt auf einen Schlag aufzuführen. Die Frage ist aber, wie weit wir noch davon entfernt sind.

    Unsere gesamten Telekommunikationsdaten werden 6 Monate gespeichert. Wen wir wann anrufen oder Emails schicken, wann wir im Internet aktiv sind. Telefonieren wir mit dem Handy wird zusätzlich die Funkzelle, also der (grobe) Standort gespeichert. Wer ein modernes Smartphone nutzt und ständig mit dem Internet verbunden ist, dem kann es passieren, dass alle 15 Minuten der Standort gespeichert wird. Somit ist nahezu lückenlos nachvollziehbar, wo sich die Person in den letzten 6 Monaten aufgehalten hat.

    Dieses Jahr beschert uns „ELENA”, den elektronischen Einkommensnachweis. Jeder Arbeitgeber muss Daten über die Beschäftigten speichern. Neben – wie der Name suggeriert - dem reinen Einkommen auch Daten über Krankheitstage/Fehltage, mögliches „Fehlverhalten”, Kündigungsgründe und auch z.B. Streiktage (auch wenn hier bereits eine Änderung angekündigt wurde). Zwar werden die Daten verschlüsselt gespeichert, doch neue Datensammlungen ergeben neue Begehrlichkeiten.

    Wenn eine Beziehung in die Brüche geht ist der eigene Beziehungsstatus in Facebook oder StudiVZ/SchülerVZ schneller aktualisiert, als alle eigenen Freunde informiert. Status-Updates machen es allen möglich, immer und überall zu verfolgen, was wir wo tun. Viele geben in Sozialen Netzwerken mehr Informationen preis, als sie ihren Nachbarn erzählen würden. Getaggte Fotos machen es einfach, Personen auf anderen Bildern zu identifizieren.

    Ein winziger Rabatt verleitet Millionen von Menschen dazu, per Payback das komplette Einkaufverhalten (und somit einen Großteil ihres Lebens) preis zu geben. Riesige Datenmengen fallen an, die mittlerweile problemlos automatisch nach Auffälligkeiten durchsucht werden können. Herr und Frau XY kaufen ein Kinderbett und Babywäsche. Noch haben sie keine Kinder (was sich problemlos aus den bisherigen Einkäufen nachvollziehen lässt), somit muss Frau XY schwanger sein. Zeit, das Paar mit Werbung für Babyartikel zu bombardieren. Aber hoffentlich gibt es kein Problem, bei dem Alkoholkonsum, den Herr XY seinen Einkäufen zu Folge an den Tag legt...

    Wer will, kann sein Leben auch völlig in die Hände Googles legen. Mit der Google Suche, Google Mail, Google Kalendar, Google Reader, Google Wave,... ...und nicht zu vergessen, mittlerweile auch mit dem Google Handy. Google sichert zu, die Daten aus den unterschiedlichen Diensten nicht zusammen zu tragen, doch selbst wenn nicht entsteht bei Nutzung aller (vieler) Google-Dienste ein komplettes Profil seiner selbst im Netz. Ein Profil, welches Strafverfolger (bei möglicherweise völlig ungerechtfertigtem Verdacht) in die Hände klatschen ließe. In den USA z.B. gibt es Menschen (bezeichnenderweise ein Pfadfinder!), die bereits seit ihrer Geburt auf der Terrorliste geführt werden.

    Wir brauchen Menschen, die etwas zu verbergen haben. Wenn weiter bedenkenlos alle persönlichen Daten an Staat und Unternehmen ausgeliefert werden, ist die Horrorvision des „gläsernen Menschen“ nicht mehr fern.
    Für mich ist der Einsatz gegen Datensammlung und Überwachung ein Thema, das zum BDP „passt” und bei dem sich der BDP - und BDPlerInnen viel mehr engagieren sollten!


    Unter dem Titel „Bald wissen wir alles über dich” - Datenschutz im Alltag bietet der BDP Baden-Württemberg vom 29.-31. Januar ein Seminar zum Thema Datenschutz und Sicherheit an. Ein Wochenende werden Informationen über Datensammlung, Datenschutz und Überwachung angeboten sowie konkrete Informationen, wie man die eigenen Daten schützen kann.
    Mehr Infos findet ihr auf der Seminarseite jugendseminare.org
    Es sind noch Anmeldungen möglich.

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    Defined tags for this entry: datensammlung, datenschutz, datensicherheit, gläserner mensch, privatsphäre, seminar, überwachung

    Friday, 3. July 2009

    Welche Pflanze schmeckt denn da?

    Posted by
    Richard
    in Seminare at 14:23

    Am Wochenende fand zum ersten Mal das "Welche Pflanze schmeckt denn da" - Seminar im Häusle in Rottenburg statt. Im Laufe des viel zu kurzen Wochenendes - :) - habe ich mal wieder einiges gelernt und dabei eine Menge Spaß gehabt.
     Nachdem wir am Freitag mit einem zum Seminar passenden Abendessen begrüßt wurden, haben wir uns darüber unterhalten, mit welchen Klassifikationen Pflanzen sortiert und bestimmt werden können, wo man überall sammeln darf (z.B. wegen dem Fuchsbandwurm, Abgasen oder Dünger), wann für welche Pflanze die richtige Zeit ist, welchen Teil davon man essen kann oder auch welche Inhaltsstoffe wie wirken. Am Samstagmorgen hat uns die Angst vor dem Regen zunächst im Häuslein festgehalten, nach einer Runde Bestimmungstheorie sind wir aber dennoch losgewandert zu einer Exkursion in die nähere Umgebung. Es war eindrucksvoll, einmal mit derartigen Augen durch die Natur zu marschieren und wir sind fleißig alle 2 Meter stehen geblieben, haben die Vielfalt bewundert und ganz viel gesammelt. Weit gekommen sind wir nicht, aber mir war noch nie so bewusst, wie viel unterschiedlichste Pflanzen man auf engem Raum findet und was sich zu jeder davon so alles erzählen lässt. Außerdem haben wir unterwegs noch gepicknickt und auch Heidelbeeren und wilde Erdbeeren gegessen und gesammelt.
     Zurück am Häusle durften wir dann unsere mitgebrachten Schätze zu Tee, Salat, Spinat oder Kräutercrèpechips verarbeiten. Und aus den Beeren entstand, zusammen mit ein paar Kirschen, eine erstklassige rote Grütze. Bei mir wird es wohl in Zukunft öfter Spinat aus Brennessel - oder Gierschblättern geben, ebenso wie in Pfannkuchenteig getauchte und anschließend frittierte Holunderblüten, Brennesseln, oder Bärenklau.
     Abends haben sich einige von uns die Zeit genommen etwas zu basteln und ich z.B. habe aus Kartoffeln, Bohnen und Kichererbsen eine Kette gefertigt. Und anschließend gleich noch zwei Ohrringe aus Rinde, Draht und Holzperlen. Wer wollte hätte sich in der Zeit auch etwas Kräuteröl ansetzen dürfen.
     Am nächsten Morgen ging es entsprechend weiter. Wir durften unsere neuen Fähigkeiten weiter vertiefen und haben uns in Gruppen auf die Suche nach den Zutaten unseres Mittagessens gemacht. Ich hab ein paar Walderdbeeren gepflückt und eine Tasche voll Giersch gesammelt. Beides wurde anschließend zu einer Pfannkuchenfüllung verarbeitet.
     Was ich natürlich nicht vergessen darf zu erwähnen, sind die Wahrnehmungs-, Naturerfahrungs- und sonstigen Spiele die wir zwischendurch gemacht haben. Und die zwei Gitarren die da waren und auch benutzt wurden. So war das Ganze alles in allem mal wieder ein absolut spannendes, lustiges und empfehlenswertes Seminar, das hoffentlich nächstes Jahr wieder stattfindet.

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